Warum braucht es das Modellvorhaben PEPAplus?
Bewohner:innen stationärer Pflegeeinrichtungen werden häufig aufgrund akuter Erkrankungen, nach Stürzen oder bei einer Verschlechterung chronischer Erkrankungen in Krankenhäuser eingewiesen. Solche Aufenthalte sind für die Betroffenen mit zusätzlichen gesundheitlichen Risiken verbunden und stellen oft eine erhebliche Belastung dar.
Das Modellvorhaben PEPAplus setzt hier an. Ziel ist es, die gesundheitliche Versorgung in Pflegeeinrichtungen zu verbessern und stärker personenzentriert auszurichten. Durch den Einsatz von Pflegefachpersonen mit erweitertem Kompetenz- und Aufgabenprofil (PEPA) soll die Versorgung vor Ort optimiert und dadurch vermeidbare Krankenhauseinweisungen reduziert werden.
Wie wird das neue Rollenprofil umgesetzt?
Die Einführung des erweiterten Rollenprofils erfolgt im Rahmen eines gestuften Implementierungsprozesses. Pflegefachpersonen mit Bachelorabschluss erwerben eine umfangreiche Zusatzqualifikation in Basisdiagnostik und Akutversorgung und übernehmen anschließend das neue Rollenprofil in insgesamt zwölf Pflegeeinrichtungen in Norddeutschland (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachen, Mecklenburg-Vorpommern).
Sie wirken in einer pflegerisch geleiteten und multiprofessionell abgestimmten Versorgung mit und übernehmen dabei eine zentrale Rolle in der präventiven Versorgung von Bewohner:innen mit komplexen Versorgungsbedarfen.
Was wird untersucht und warum?
Das Modellvorhaben wird wissenschaftlich begleitet. Untersucht werden unter anderem Krankenhausaufnahmen, die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, die Entwicklung des Pflegegrades, Sturz- und Dekubitusraten sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Bewohner:innen. Darüber hinaus werden Struktur- und Prozessindikatoren der Einrichtungen analysiert.
PEPAplus soll zeigen, inwieweit der Einsatz von Pflegefachpersonen mit erweiterten Handlungskompetenzen zur Reduktion vermeidbarer Krankenhauseinweisungen beiträgt, die Lebensqualität der Bewohner:innen erhält und die interprofessionelle Zusammenarbeit stärkt. Die Ergebnisse sollen evidenzbasierte Impulse für die Weiterentwicklung qualifikationsgerechter Rollenprofile in der stationären Langzeitpflege geben.
